MUSTANG – Jeans Pioniere aus Deutschland

Wer dachte die Jeansmarke MUSTANG sei amerikanisch, der liegt falsch. Die Marke ist tatsächlich eine deutsche und hat Ihren Sitz im schwäbischen Künzelsau, 90 km nordwestlich von Stuttgart.

1932 gründete Luise Hermann Ihre eigene Kleiderfabrik und fertigte damals mit sechs Näherinnen Arbeitskleidung. Sie statteten die Wehrmacht und den Reichsarbeitsdienst mit Drillichanzügen aus. Als der Verkauf der regulären Arbeitskleidung durch immer mehr Wettbewerber fast schon unerträglich wurde, hatte der Schwiegersohn Albert Sefranek 1948 die zündende Idee. Er sah die blauen Arbeitshosen bei den amerikanischen GIs und wollte Sie haben. Albert Sefranek tauschte in einer Frankfurter Bar mit einem GI sechs Flaschen Schnaps gegen sechs Levi’s Jeans und hatte damit die Schnittmuster ergattert.

Es folgte ein erster Auftrag über 300 blaue Arbeiterhosen – die ‚Jeans‘ war damit in Europa angekommen und hielt unaufhörlichen Einzug. Anfänglich noch als ‚Cowboyhosen‘ verschrien, wurde das Beinkleid regelrecht schon missachtet und wegen des engen Schnittes als ordinär beschimpft. Durch damalige Importbeschränkungen war es dazu auch nicht so einfach an den originalen Denimstoff zu kommen. 1953 brachte Mustang die erste Damenjeans und 1955 die erste Jeans aus Cordstoff auf den europäischen Markt, bevor 1961 die erste Stretchjeans der Welt für Aufmerksamkeit sorgte. 1971 wurde die Produktion von Arbeitskleidung komplett auf Jeansmode umgestellt.

Mitte der 1960er Jahre bestellte Kaufhof die ersten Modelle, was für Mustang den Einzug in den deutschen Einzelhandel bedeutete. 1972 entwarf Mustang die Freizeitkleidung der westdeutschen Mannschaft zu den OlympischenSommerspiele 1972 in München. 1973 wurde die L. Hermann KG in Mustang Bekleidungswerke GmbH + Co. umbenannt.

Die Familie Hermann zog sich 1990 aus dem Unternehmen zurück und übergab ihre Anteile an Albert Sefranek. An seinem 75. Geburtstag schied dieser 1995 aus der Unternehmensleitung aus und übergab die Geschäfte an seinen Sohn, Heiner Sefranek. Ende der 90er Jahre befand sich der Jeans-Markt in einer Krise, die Nachfrage ging zurück, die Preiskämpfe der Hersteller nahmen zu. Mustang schloss die Produktionsstätte am Stammsitz Künzelsau, auch jene in Portugal und Polen folgten dann nach der Jahrtausendwende.

1997 wurden täglich fast 30 km Denim zu 23.000 Jeans verarbeitet! Das sind ca. 1,3 m Stoff für eine Hose. Der erste Mustang-Shop in Deutschland wurde 1999 eröffnet. Allen Fans der blauen Revolution sei noch das Jeans Museum im originalen Gründerhaus am MUSTANG Hauptsitz in Künzelsau empfohlen.


kreiere deine eigene Schweizer-Wunschschoggi!

Quellen: mustang-museum.de, wikipedia.de

 

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Ein Gedanke zu “MUSTANG – Jeans Pioniere aus Deutschland

  1. Toller Artikel!
    Ich hab auch erst letztens, da ich mich neulich sehr mit den Jeanshosen beschäftige, erfahren, dass man bei Mustang Jeans völlig falsche Assoziationen hat. Ich finde die Hosen aber echt klasse passen super;-)

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